„Geniale Göttin“: Hedy Lamarr und der Fluch der Schönheit

Begehrt und verkannt: Alexandra Dean erzählt in ihrer sehenswerten Doku die Geschichte der Wiener Hollywooddiva und Technikpionierin Hedy Lamarr. Ab sofort neu im Kino.

Unterschätzte Frau und Erfinderin: Leinwandgöttin Hedy Lamarr © (c) Courtesy Everett Collection (Courtesy Everett Collection)

 

Zu den eindrucksvollsten Szenen gehören Tonbandaufnahmen eines „Forbes“-Journalisten, in denen sie selbst zu hören ist: „Ich bin ein einfacher und komplizierter Mensch.“

Im Archiv verstaubt

Dabei hätte die in die USA Emigrierte 1942 Geschichte schreiben können. Mitten im Zweiten Weltkrieg reichte sie mit dem Pianisten George Antheil ein Patent zur störungssicheren Funksteuerung für Torpedos ein. Das Frequenzsprungverfahren hätte im U-Boot-Kampf gegen die Nazis helfen können. Aber: Die Entwürfe verstaubten im Archiv. Jahre später wurden sie im Mobilfunk umgesetzt. Heute gilt Lamarr als Pionierin der Bluetooth- und WLAN-Technik. Weil sie es verabsäumt hatte, das Patent zu verlängern, sah sie keinen Cent.

„Geniale Göttin“: Eine neue Doku über ihr Leben

Ab 31. August läuft der Film im Kino.

KK

Als Hedy Lamarr legte sie eine Karriere in Hollywood hin, geboren wurde sie am 9. November 1914 als Hedwig Eva Maria Kiesler in Wien.

(c) �Diltz/RDA/Everett Collection (�Diltz/RDA/Everett Collection)

1933 war die Frau mit dem schönen, geheimnisvollen Gesicht im Aufregerfilm „Extase“ nackt zu sehen – das schlug Wellen und sollte ihr Image als Schauspielerin prägen.

(c) AP

Als sie sich dem Produzenten Louis B. Mayer verpflichtete, um von London in die USA zu kommen, litt sie jahrelang unter stereotypen Rollen wie etwa jene in „Samson und Deliah“.

(c) Courtesy Everett Collection (Courtesy Everett Collection)

Dabei hatte sie eigentlich eine ganz andere Leidenschaft: das Erfinden. Mmitten im Zweiten Weltkrieg reichte sie gemeinsam mit dem Pianisten George Antheil ein Patent zu einer neuartigen Funksteuerung für Torpedos ein, um den Amerikanern im U-Boot-Kampf zu helfen.

AP

Und: Dieses Frequenzsprungverfahren wird als Vorläufer der Bluetooth- und WLAN-Technologie angesehen.

APA

Doch die Pläne verstaubten im Archiv, erst Jahrzehnte später wurde das Modell der Wechselfrequenz als Basis für den Mobilfunk eingesetzt. Hedy Lamarr sah keinen Cent.

(c) Courtesy Everett Collection (Courtesy Everett Collection)

Eine neue Doku der Filmemacherin Alexandra Dean zeichnet mithilfe von Zeitzeugen und Archivmaterial ein vielschichtiges Bild des österreichischen Hollywoodstars.

Polyfilm

„Geniale Göttin“ erzählt auch viel über die Unterdrückung von Frauen in Hollywood – Jahrzehnte vor #MeToo.

(c) APA/AFP/HO (HO)

Hedy Lamarr starb einsam und verarmt, 2014 wurde sie posthum in die National Inventors Hall of Fame aufgenommen.

(c) Courtesy Everett Collection (Courtesy Everett Collection)

Ab 31. August läuft der Film im Kino.

KK

Als Hedy Lamarr legte sie eine Karriere in Hollywood hin, geboren wurde sie am 9. November 1914 als Hedwig Eva Maria Kiesler in Wien.

„Jedes Mädchen kann glamourös aussehen. Du musst nur still stehen und dumm gucken.“ Dieses denkwürdige Zitat stellt die Regisseurin diesem sehenswerten Film voran, der mehr ist als ein Porträt. Er skizziert auch das patriarchale, oberflächliche Hollywood, in dem Frauen als Ware betrachtet werden. Am Ende offenbart sich die ganze Tragik dieser Biografie. Der Verlust der Schönheit, er bedeutete auch Machtverlust. Aber: Selbst da verlor Hedy Lamarr ihren Erfindergeist nicht – so ließ sie sich etwa die Schnitte des Schönheitschirurgen hinter die Ohren setzen, wo sie unsichtbar blieben.

Quelle und Original:

https://www.kleinezeitung.at/kultur/kino/filmkritiken/5487901/Film-der-Woche_Geniale-Goettin_Hedy-Lamarr-und-der-Fluch-der#image-68E7AFE7-49D2-497C-B991-567E947FC08B_1535530394074270

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