World Press Photo 2016: Ausdruck des Hasses unserer Zeit

Der türkische Fotograf Burhan Ozbilici wird heuer mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet. Die Siegerfotos der verschiedenen Kategorien in der Bilderstrecke.

Das World Press Photo des Jahres 2016 zeigt den Attentäter, der den russischen Botschafter in Ankara im Dezember 2016 erschoss. Dafür wird der türkische Fotograf Burhan Ozbilici von der Nachrichtenagentur AP mit dem renommierten Preis ausgezeichnet, teilte die Stiftung World Press Photo am Montag in Amsterdam mit. Die Jury würdigte das Foto als ein „explosives Bild, das den Hass in unserer Zeit ausdrückt“.

Im Bild: Lars Boering, Chef der World Press Foto Foundation, und Burhan Ozbilici

(c) APA/AFP/ANP/JEROEN JUMELET (JEROEN JUMELET)

Der Fotograf Ozbilici war am 19. Dezember bei der Eröffnung einer Kunstausstellung in Ankara, als ein junger türkischer Polizist plötzlich eine Waffe zog und den russischen Botschafter Andrej Karlow erschoss. Der Attentäter hatte mehrfach „Vergesst Syrien nicht“ gerufen. Er war anschließend von Sicherheitsbeamten getötet worden.

Weiter: die Kategoriensieger bei den World Press Photos 2016.ACHTUNG: die Bilder sind teils drastisch.  

(c) REUTERS (HANDOUT)

Spot News Stories – 2. Preis: Ameer Alhalbi

Ameer Alhalbi dokumentierte die Rettungsaktionen von „Weißhelmen“ und anderen Freiliwilligen in Syrien, die nach Luftanschlägen in Aleppo verschüttete Kinder bergen. Dieses Foto stammt aus einer Serie – und gehört noch zu den weniger brutalen.

(c) APA/AFP/AMEER ALHALBI (AMEER ALHALBI)

Spot News Einzelfotos – 2. Preis: Abd Doumany

Der syrische Fotograf Abd Doumany machte diese Aufnahme am 12. September 2016. Sie zeigt zwei syrische Mädchen, die in der Stadt Douma nach einem Luftanschlag ins Krankenhaus gebracht wurden.

Doumany wurde im zweiten Jahr in Folge ausgezeichnet.

(c) APA/AFP/ABD DOUMANY (ABD DOUMANY)

General News – 3. Preis: Noel Celis

Noel Celis dokumentierte am 30. Juli 2016, wie die Insassen des überfüllten Quezon City Gefänfnisses in Manila im Stiegenhaus schlafen.

(c) APA/AFP/NOEL CELIS (NOEL CELIS)

General News Stories – 1. Preis: Daniel Berehulak

Für die „New York Times“ entstand die – teilweise extremst brutale – Fotoserie „They Are Slaughtering Us Like Animals“. Daniel Berehulak dokumentierte in Manila, Philippinen, den brutalen Anti-Drogen-Kampf von Präsident Rodrigo Duterte. Dieses Foto zeigte den Abtransport der Leiche des 36-jährigen Edwin Mendoza Alon-Alon, der vor einem Supermarkt von einem Unbekannten erschossen wurde.

>> Zur Geschichte in der „New York Times“

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General News Stories – 2. Preis: : Sergey Ponomarev

Ebenfalls für die „New York Times“ fotografierte Sergey Ponomarev die Serie mit dem Titel „Iraq’s Battle To Reclaim Its Cities“. In dem Bild sieht man eine Familie, die aus Mossul, der zweitgrößten Stadt des Iraks, flieht. Um die Stadt kämpfen die islamistische Terrormiliz IS und das irakische Militär. Zwischenzeitlich waren eine Million Menschen in Mossul gefangen.

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General News Stories – 3. Preis: Alessio Romenzi

„We Are Not Taking Any Prisoners“ heißt die Fotoserie von Alessio Romenzi. Dieses Foto zeigt ein Mitglied der Terrormiliz IS, das von Anhängern der libyschen Regierung gefangen genommen wurde. Wenige Minuten nach der Aufnahme wurde der Mann erschossen.

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Long-Term Projects – 1. Preis: Valery Melnikov

Für das russische Medienunternehmen „Rossiya Segodnya“, das unter anderem die „Sputnik“-Nachrichtenportale betreibt, arbeitet der Fotograf Valery Melnikov. Dieses Foto gehört zur Bilderserie „Black Days Of Ukraine“. Es zeigt Menschen, die nach einem Luftangriff aus ihrem Haus im Bezirk Stanytschno-Luhanske in der Ostukraine flüchten.

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Daily Life Stories – 1. Preis: Tomas Munita

Tomas Munita fing für die „New York Times“ die Veränderungen auf Kuba nach dem Tod von Fidel Castro mit der Serie „Cuba On The Edge Of Change“ ein. Hier warten im Morgengrauen Mitglieder der „Ejercito Juvenil del Trabajo“, die zu den Streitkräften Kubas gehören, auf den Leichenzug Castros am 3. Dezember 2016.

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Daily Life Stories – 2. Preis: Elena Anosova

„Out Of The Way“ heißt Elena Anosovas Fotoserie. Sie porträtierte die Einwohner eines Dorfes an der Unteren Tunguska in Sibirien, die traditionell von der Jagd leben. Die Familie der Fotografin stammt aus dem Dorf, das 300 Kilometer von der nächsten Stadt entfernt liegt.

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Contemporary Issues Stories – 1. Preis: Amber Bracken

Dieses Foto eines Mannes, der mit Magnesiumhydroxid gegen die Auswirkungen von Pfefferspray behandelt wird, gehört zur Serie „Standing Rock“ von Amber Bracken. Umweltschützer und die Ureinwohner Standing Rock Sioux protestieren in North Dakota gegen den Bau der Dakota Access Pipeline. Bei diesem Protest im November wurden mehrere Menschen verletzt, weil die Polizei trotz Minusgraden Wasserwerfer einsetzte.

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Daily Life Stories – 3. Preis: Francesco Comello

Die Fotoserie „Isle Of Salvation“ zeigt das Leben einer orthodoxen Sekte in Russland, die in den 1990ern gegründet wurde. Es gibt dort kein Fernsehen, kein Internet, keine Handys und kein Geld. Heute leben dort circa 300 Menschen. Um Priester zu werden, müssen Männer in der Gemeinschaft entweder Mönche werden oder heiraten. Vladimir nahm Vittoria zur Frau.

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Contemporary Issues Einzelfoto – 2. Preis: Vadim Ghirda

Vadim Ghirda gab seinem Foto den Titel „Migrant Crossing“: es zeigt eine Frau, die von zwei Männern gestützt wird, als sie einen Fluss durchwaten, um nach Mazedonien zu gelangen. Sie gehören zu einer Gruppe von Flüchtlingen, die ein Lager an der mazedonisch-griechischen Grenze verlassen haben.

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Contemporary Issues Einzelfoto – 3. Preis: Daniel Etter

Das Foto mit dem Titel „The Libyan Migrant Trap“ enstand in einem Flüchtlingscamp in Surman, Libyen. Es zeigt zwei Frauen aus Nigeria. In dem Camp leben hunderte Frauen, die von Gewalt und sexueller Nötigung dort berichten. Die meisten von ihnen sind bei dem Versuch, nach Europa zu flüchten, dort gelandet.

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Contemporary Issues Stories – 2. Preis: Lalo de Almeida

Für die Zeitung „Folha de Sao Paulo“ fotografierte Lalo de Almeida Opfer des Zika-Virus. Die Zwillingsschwestern Heloisa (links) and Heloa (rechts) sind zu früh auf die Welt gekommen und haben beide Mikrozephalie, verursacht durch das Virus. Die ältere Schwester der beiden, die zweijährige Marcela, ist gesund.

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Daily Life Einzelfoto – 1. Preis: Paula Bronstein

„The Silent Victims Of A Forgotten War“ von Paula Bronstein widmet sich dem fast vergessenen Krieg in Afghanistan. In einem Krankenhaus in Kabul hält Najiba ihren zweijährigen Neffen Shabir, der bei einer Bombenexplosion verletzt wurde. Seit 1979 wird Afghanistan von gewalttätigen Konflikten erschüttert. Alleine in der ersten Jahreshälfte 2016 wurden der UN zufolge 1600 Menschen getötet und 3500 verletzt. Die Taliban haben zuletzt an Einfluss wieder massiv zugenommen.

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Daily Life Einzelfotos – 3. Preis: Matthieu Paley

Für das „National Geographic Magazine“ fing Fotograf Matthieu Paley „China’s Wild West“ ein. Eine Uigurin hat ihr Geld in ihrem Strumpf untergebracht. Paley machte dieses Bild im Zug von der Stadt Kashgar. Die Uiguren sind eine muslimische turksprachige Minderheit in China, die vor allem im Westen lebt. Die Menschen, die ihr angehören, kleiden sich anders die meisten anderen Chinesen.

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Contemporary Issues Einzelfotos: 1. Preis – Jonathan Bachman

„Taking A Stand In Baton Rouge“ heißt das Foto von Jonathan Bachman. Die 29-jährige Krankenschwester und Mutter Ieshia Evans stellte sich bei Protesten gegen Polizeigewalt in Baton Rouge Uniformierten entgegen. Die Proteste flammten auf, nachdem dort ein Afroamerikaner von zwei weißen Polizisten erschossen worden war.

(c) REUTERS (JONATHAN BACHMAN)

 

Quelle und Texte:  http://diepresse.com/home/kultur/medien/5169000/World-Press-Photo_Ausdruck-des-Hasses-unserer-Zeit#slide-5169000-0

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2 Kommentare

  1. Unfuckingfassbar! … immer wieder. Die Menschheit mutiert zu einem machthaberischen Komplexgollum, der nur seinen Schatz, seinem Reichtum hinterher jagt.

    1. besser gesagt, die menschheit „lässt“ sich mutieren 😉 that’s life. fröhlichen valentinstag 🙂

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