Am Schauplatz: Die Gotteskrieger von nebenan (2016 03 10)

 

Veröffentlicht am 11.03.2016

In Graz stand gerade ein radikaler Prediger vor Gericht. Er soll österreichische Jugendliche für den heiligen Krieg rekrutiert haben. Wie findet so ein Anwerbungsprozess statt? Was macht den IS oder Al Quaida interessant für junge Europäer? Mit welchen Versprechungen werden sie gelockt?

Siehe auch:
http://www.profil.at/oesterreich/mirs…

„Am Schauplatz“-Reportage über „Die Gotteskrieger von nebenan“

Am 10. März um 21.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) – In Graz steht derzeit ein radikaler Prediger vor Gericht. Er soll österreichische Jugendliche für den Heiligen Krieg rekrutiert haben. Wie findet so ein Anwerbungsprozess statt? Was macht die Terrormiliz IS oder Al Kaida interessant für junge Europäer? Mit welchen Versprechungen werden sie gelockt? „Am Schauplatz“-Reporter Mario Kircher hat sich für seine Reportage „Die Gotteskrieger von nebenan“ – zu sehen am Donnerstag, dem 10. März 2016, um 21.05 Uhr in ORF 2 – in den einschlägig bekannten Parks und Moscheen umgesehen. Er hat Jugendliche kennengelernt, die erlebt haben, wie sich ihre Freunde radikalisiert haben und nach Syrien gefahren sind. Und er hat auch mit einem Dschihad-Rückkehrer vor der Kamera gesprochen.

Der Mann, ein Kosovare, zog in den Krieg, weil er „den Brüdern in Syrien“ helfen wollte, den Diktator Assad „wegzuputzen“. Er landete in einem Ausbildungslager der Al Kaida und fand dort Kämpfer vor, denen es oft nicht um Religion ging, sondern „ums Stehlen“. Drogen seien allgegenwärtig gewesen, vor allem Kokain, um den Soldaten die Hemmschwelle zu nehmen. Plünderungen und Morde an Zivilisten – so hatte der Mittvierziger sich den Dschihad nicht vorgestellt. Ihm gelang die Flucht, heute lebt er als U-Boot in Österreich.

230 österreichische Syrienkämpfer gibt es laut Innenministerium. Die Dunkelziffer liege aber weit höher, befürchten Experten. Oft radikalisieren sich die Jugendlichen unbemerkt von ihren Eltern. Warnzeichen seien, wenn der Sohn oder die Tochter plötzlich einschlägige Seiten im Internet frequentiert, sich vom bisherigen Freundeskreis lossagt und beginnt, die Familie zu missionieren.

Überrascht hat das „Am Schauplatz“-Team, wie gegenwärtig das Thema Dschihad unter den muslimischen Jugendlichen ist. Nicht nur wegen der Rekrutierungsversuche, die sie erlebt haben. Viel mehr beschäftigen sie die scheelen Blicke der Nicht-Muslime und die zahlreichen Diskriminierungen. „Früher hatte ich 100 österreichische Freunde, jetzt vielleicht nur mehr zwei oder drei“, erzählt ein junger Mann. Dabei sei er Alewit und habe nicht das Geringste mit dem radikalen Islam zu tun. „Nur weil unsere Väter einen Bart tragen, glauben die Leute, sie gehören zum IS“, berichtet ein junger türkischstämmiger Österreicher. „Und die alten Damen im Park haben jetzt auf einmal Angst vor mir.“

Quelle:  http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160309_OTS0102/am-schauplatz-reportage-ueber-die-gotteskrieger-von-nebenan

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