Türsteher erlebt Übergriffe an Silvester in Köln am 31.12.15

Veröffentlicht am 05.01.2016

„Ich habe immer gedacht, das ist so eine rechte Propaganda, aber das war alles echt“, sagt Ivan Jurcevic, der in Kroatin geboren und ab dem Alter von 6 Monaten in Deutschland lebt. Der mehrfache Kickboxweltmeister erlebte als Türsteher Silvester in Köln auf den 1. Januar 2016.
Nachfolgend der Text mit der Aussage des oben erwähnten Türstehers der an diesem Abend vor dem Hotel Excelsior in Köln am Dom im Einsatz war. Seine Schilderungen über den Verlauf des Abends im Folgenden:
„Ich hab da jetzt wohl richtig ein Faß aufgemacht mit den Vorgängen an Silvester hier in Köln. Am 31.12.2015 habe ich gearbeitet in einem Fünfsternehotel genau gegenüber vom Dom. Als ich da angefangen habe zu arbeiten, habe ich gesagt, ja ich habe da einen entspannten Abend mit sehr gut geführten Menschen, die Karten haben so ab 300 Euro aufwärts gekostet, es waren alles Gäste so ab 40 Jahren.

Plötzlich gegen 21, 22 Uhr ging es los, daß schon auf dem Gelände außen, das mit dem Hotel nichts zu tun hatte, eine Messerstecherei war, es wurde einer verletzt, Krankenwagen war dabei und Polizei, und dann eskalierte das Ganze. Die Menschen, die wir vor drei Monaten noch mit Teddybären und Wasserflaschen in München auf dem Hauptbahnhof empfangen haben, haben angefangen auf den Dom zu schießen, haben angefangen auf die Bereitschaftspolizei zu schießen, die dann mit Helmen auf die Domplatte mußten, um diesem ganzen Gewaltpotential Einhalt zu gewähren. Gestandene Polizisten haben zu mir gesagt, sie haben das noch nie erlebt. Das waren bürgerkriegsähnliche Zustände. Keiner hat darüber berichtet. Im Laufe des Abends kamen immer wieder Frauen zu mir, die gefragt haben, ob sie bei mir stehenbleiben können, damit ich auf sie aufpasse; ich wußte gar nicht, um was es geht. Ja, sie werden verfolgt von den und den Personen, die wollten dann auf mich los, hab ich sie weggeklatscht, das muß ich ganz ehrlich sagen, weil ich habe das noch nie erlebt, ich habe immer gedacht, das ist so eine rechte Propaganda, aber das war alles echt.

Später am Abend kam es dann zu weiteren Ausschreitungen, da haben sie einem Typen auf den Boden auf den Kopf eingeschlagen, der lag da, mit dem Fuß drauf; Bereitschaftspolizisten kamen, wir sind eingeschritten und die waren dann ca. eineinhalb Stunden gefesselt, es kam aber kein Gefangenentransport, weil erstens waren keine zur Verfügung, weil alle belegt waren und die Zellen in den umliegenden Aufnahmestellen vom Gewahrsam der Polizei waren total überfüllt. Dann mußten die Polizisten die Straftäter gehen lassen, die sich dann vor das Auto gestellt haben, „fuck the police“ geschrieen haben und auf die Windschutzscheibe des Polizeiwagens gespuckt haben. Die Polizisten hatten keine Handhabe, irgendetwas zu tun.

Ich kann euch nur eins sagen: Ich hab sowas noch nie erlebt und es wird eskalieren. Spätestens an Karneval in Köln wird es hier richtig explodieren. Und ihr wißt, ich bin keiner Rechter oder sonst irgendwas, ich hab mich immer da raus gehalten. Ich habe immer gedacht, diese ganzen Videos etc. das sind alles so rechte Publikationen von Pegida-Gruppen, blablabla, nein Leute, das war wirklich echt. Mädchen standen zitternd vor mir: „bittebitte können wir bei dir stehenbleiben, wir haben Angst vor denen, die verfolgen uns die ganze Zeit.“ Die haben Gäste angepöbelt, angespuckt, die haben die Polizisten angespuckt, die haben Leute auf dem Boden liegend mit dem Fuß auf den Kopf getreten. Die Polizei konnte nichts machen, die haben anderthalb Stunden auf den Gefangenentransport gewartet, da waren keine da. An anderen Stellen hat es richtig gebrannt, da mußten die hinrennen, konnten aber nicht hin, weil sie die bewachen mußten und auf den Gefangenentransport warten. Also, ich kann euch nur sagen, ich wünsche für 2016 wirklich Frieden auf der Welt und vor allem auch in Deutschland, euer Ivan.“

Gewaltexzesse in Köln an Silvester 2015 [Tagesschau24 Sondersendung]

Veröffentlicht am 06.01.2016

Eine Sondersendung zu den Geschehnissen vom 31.12.2015 am Kölner HBF.
Die Sendung lief am 5.1.2016 um 23:30 Uhr und damit zu einer Uhrzeit, zu der viele Menschen die Sendung nicht sehen konnten, weil sie morgens früh raus müssen.

Hier könnt ihr sie nochmals ansehen

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