Der MH17-»Bericht«

14.10.2015

Der MH17-»Bericht«

Dr. Paul Craig Roberts

Als ich las, die Ermittlungen und der Schlussbericht zum Absturz des malaysischen Passagierflugzeuges MH17 über der Ukraine seien in die Hände der Niederländer gelegt worden, war mir klar, dass es keine Ermittlungen und auch keine Berücksichtigung der entsprechenden Fakten geben würde – und so geschah es dann auch.

 

Ich hatte eigentlich nicht die Absicht über den Bericht zu schreiben, weil es der Propaganda Washingtons zumindest im Westen im Wesentlichen gelungen ist, Russland die Schuld für den Absturz zuzuschieben.

Aber dann fiel die Verdrehung und Verzerrung des Berichts in den westlichen Medien und insbesondere im halböffentlichen amerikanischen Radiosendernetzwerk NPR so unverschämt und ungeheuerlich aus, dass ein Kommentar zu den Medien und weniger zum Bericht sinnvoll erscheint.

So hörte ich z.B. gerade die Erklärung des NPR-Moskau-Korrespondenten Corey Flintoff, die Rakete, die das Flugzeug getroffen habe, sei von ukrainischen Separatisten abgefeuert worden, denen allerdings die technischen Kenntnisse und Fertigkeiten fehlten, das System zu bedienen.

Daher müsse die Rakete von einem Russen abgefeuert worden sein. Im niederländischen Bericht findet sich nicht eine einzige Stelle, die eine solche Schlussfolgerung rechtfertigt. Flintoff ist entweder unfähig oder aber er lügt oder gibt hier lediglich seine eigene Meinung und nicht die Schlussfolgerungen des Berichts wieder.

Die einzige Schlussfolgerung, die der Bericht zieht, ist die, die wir schon seit Langem kennen: Wenn das Flugzeug von einer Buk-Rakete getroffen wurde, handelt es sich um eine Rakete russischer Machart. Der niederländische Bericht trifft keine Schuldzuweisung hinsichtlich des Abschusses.

Tatsächlich beschuldigt der Bericht Russland nicht. Aber er kritisiert mit deutlichen Worten die Ukraine, weil diese den Luftraum des Landes in der Region trotz der Gefahrenlage nicht schloss. Rechtsanwälte erklärten bereits als Reaktion auf den Bericht, Familien der Opfer und die malaysische Fluggesellschaft Malaysia Airlines würden wahrscheinlich Klage gegen die Ukraine wegen schwerer Fahrlässigkeit einreichen.

Natürlich ist davon nichts in der Berichterstattung von Flintoff zu finden.

Wie ich bereits damals kurz nach der Tragödie schrieb, hatten die westlichen Medien schon unmittelbar nach den ersten Meldungen zum Absturz Russland als Schuldigen »entlarvt«. Diese Schuldzuweisung kam sehr gelegen, damit Washington seine europäischen Vasallen zu Sanktionen gegen Russland drängen konnte, wogegen es vereinzelten Widerstand gab. Aber Washington konnte niemals schlüssig erklären, aus welchem Grund die Separatisten und Russland ein malaysisches Passagierflugzeug abschießen sollten – und die westlichen Medien stellten diese Frage erst gar nicht.

Denn es gab niemals ein solches Motiv. Die russische Regierung hätte eine solche Tat niemals zugelassen. Putin hätte die Verantwortlichen sofort zur Rechenschaft gezogen. Die Darstellung Washingtons ergibt überhaupt keinen Sinn. Nur ein Dummkopf würde sie glauben.

Aber welche Motive könnte Washington haben? Zahlreiche. Die Dämonisierung Russlands machte es den europäischen Regierungen unmöglich, sich der Verhängung von Wirtschaftssanktionen, die Washington dazu benutzte, die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und Russland zu zerstören, zu widersetzen oder ganz auf sie zu verzichten.

Der russische Hersteller der Buk-Raketen hat nachgewiesen, wenn tatsächlich eine Buk-Rakete eingesetzt wurde, müsse es sich um ein älteres Modell gehandelt haben, über das nur das ukrainische Militär verfügte. Vor einigen Jahren wurde das russische Militär mit einer neueren Version ausgestattet, die eine andere Einschlagssignatur bei der Entfaltung ihrer zerstörerischen Wirkung gezeigt hätte.

Der am malaysischen Flugzeug angerichtete Schaden lässt sich nicht mit der Zerstörungskraft der Buk-Raketen in Einklang bringen, die von den Russen eingesetzt werden. Entsprechende Bericht wurden den Niederländern übermittelt, aber dort machte man sich nicht einmal die Mühe, die Testergebnisse des Herstellers zu überprüfen oder die Tests selbst noch einmal durchzuführen. Zudem geht der Bericht der Niederländer nicht der Frage nach, ob das Flugzeug durch ukrainische Kampfflugzeuge abgeschossen worden sein könnte. Dieser Bericht ist genauso nutzlos wie der offizielle Bericht der 9/11-Untersuchungskommission.

Aber man kann nicht erwarten, dass die westlichen Medien, eine Ansammlung von Leuten, die gegen Bezahlung lügen, diese Tatsachen anerkennen.

Der Westen hat keine Zukunft, weil es im Westen keine ehrlichen Medien mehr, sondern nur noch Propagandisten für die Ziele der Regierungen und Konzerne und Apologeten ihrer Verbrechen gibt. Jeden Tag erhalten die durch und durch korrupten Medien die Matrix aufrecht, die die westlichen Bevölkerungen in politischer Entmündigung und Ohnmacht hält.

Die westlichen Medien sind nicht unabhängig. Ein früherer Redakteur einer großen deutschen Tageszeitung schrieb vor Kurzem einen Bestseller, in dem er enthüllte, nicht nur er selbst, sondern praktisch alle wichtigen Journalisten in Europa hätten sich vom amerikanischen Geheimdienst CIA zum Sprachrohr der Lügen Washingtons machen lassen. Natürlich wurde sein Buch bisher nicht ins Englische übersetzt.

Wie alle westlichen Medien hat auch NPR seine Integrität völlig verspielt. NPR behauptet, es werde von seinen Hörern unterstützt. Tatsächlich bekommt es sein Geld von den Konzernen. So heißt es unverblümt in Anzeigen: »NPR wird vom Unternehmen XYZ unterstützt, das daran interessiert ist, Ihnen dieses oder jenes Produkt oder diese oder jene Dienstleistung zu verkaufen.«

Das Regime unter George W. Bush hat dasNPR endgültig zugrunde gerichtet, als zwei republikanische Ideologinnen ernannt wurden, die die Aufgabe hatten, die öffentliche Arbeit des NPR zu überwachen.

Damit waren die beiden sehr erfolgreich, denn ihnen gelang es, nicht die Qualität der Berichterstattung, sondern die Angst um den Arbeitsplatz zum vorrangigen Motiv der NPR-Mitarbeiter zu machen.

Als jemand, der mit Präsident Ronald Reagan in dessen Regierung zusammengearbeitet hat, um den Kalten Krieg und die damit verbundene nukleare Bedrohung zu beenden, bin ich sehr bestürzt, dass die westlichen Medien alles Leben auf der Erde gefährden, weil sie erneut die Gefahr eines atomaren Armageddon heraufbeschwören.

 

Quelle:  http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/dr-paul-craig-roberts/der-mh17-bericht-.html

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: