Pädophilen-Skandale in Großbritannien

22.08.2015    Steven MacMillan

Seit bekannt wurde, dass der ehemalige DJ und BBC-Moderator Jimmy Savile in einen massiven Pädophilie-Skandal verwickelt war, werden immer mehr Fälle von Kindesmissbrauch in Großbritannien bekannt.

Das genaue Ausmaß von Saviles Verbrechen werden wir wohl niemals erfahren, aber man muss davon ausgehen, dass er allein auf dem Gelände der BBC bis zu 1000 Mädchen und Jungenvergewaltigte und sexuell missbrauchte. Viele werfen den BBC-Managern nun vor, über Saviles verwerfliches Tun hinweggesehen zu haben.

Savile, der schon aussah wie ein Musterbeispiel für einen Pädophilen, war auch für seine guten Verbindungen zu Prinz Charles bekannt, was die Frage aufwirft, inwieweit das Königshaus über Saviles Verhalten Bescheid wusste.

Aber die Verbrechen des ehemaligen Top of the Pops-Moderatoren sind nur die Spitze des Eisbergs, denn die Epidemie von Kindesmissbrauchsfällen erstreckt sich ganz offensichtlich bis in die allerhöchsten Ebenen des britischen Establishments. Im März erklärte die britische Innenministerin Theresa May, Pädophilie sei »verdeckt eingewoben in unser Gesellschaftsgefüge«, eine grauenvolle Wahrheit, mit der sich die Briten werden auseinandersetzen müssen. Anders wird den Opfern dieser bösartigen Verbrechen nicht einmal ein Mindestmaß an Gerechtigkeit zukommen.

Scheinbar bringt jeder neue Monat eine neue Enthüllung, was mutmaßliche Verbrechen anbelangt, die führende Politiker gegen Kinder begingen, Taten, die vom Establishment rasch unter den Teppich gekehrt wurden. Das war auch im Juli der Fall. Da tauchten Beweise auf, dass der Geheimdienst MI5 offenbar für Mitglieder von Margaret Thatchers Kabinett Vorwürfe des Kindesmissbrauchs vertuschte.

Neu veröffentlichte Dokumente zeigen, dass Anthony Duff, Generaldirektor des MI5 von 1985 bis 1988, Thatchers Kabinettsekretär darüber informierte, ein namentlich nicht erwähnter Abgeordneter habe »eine Neigung für kleine Jungen«. Duffs Brief an den Kabinettsekretär aus dem Jahr 1986 zeigt, dass der Abgeordnete alles dementierte und ihm Duff vor allem aus einem Grund glaubte: »Zum jetzigen Zeitpunkt … ist das Risiko, dass die Regierung politisch bloßgestellt wird, größer als das Sicherheitsrisiko.«

Die politische Peinlichkeit, dass so etwas ans Tageslicht kommt, ist also wichtiger als der Schutz unschuldiger Kinder? Genau das schreibt doch der ehemalige MI5-Chef, oder? Kann man sich etwas Widerlicheres vorstellen, als das Werk von Pädophilen zu vertuschen, die ihren Opfern so viel Leid, Schmerz und psychologischen Schaden zufügen?

Dem MI5 wird auch vorgeworfen, an der Vertuschung des weitverbreiteten sexuellen Missbrauchs beteiligt gewesen zu sein, der sich im Belfaster Waisenhaus Kincora’s Boys Home zutrug – ein Fall, den Amnesty International als »einen der größten Skandale unserer Zeit«bezeichnete. Wie der Belfast Telegraphvergangenes Jahr meldete, hatten in den 1970er-Jahren mindestens drei Personen den MI5 informiert, dass in Kincora Kinder missbraucht würden, aber dennoch geschah nichts.

Der Geheimdienst hat angeblich die Augen verschlossen vor dem Kindesmissbrauch und polizeiliche Ermittlungen gegen das Heim abgeblockt. Viele behaupten, der britische Geheimdienst habe die Pädophilen nicht strafrechtlich verfolgt, sondern sie erpresst. Die Informationen über die Aktivitäten der Pädophilen wurden genutzt, um ranghohe Politiker gefügig zu machen.

Der jüngste Prominente, dem man eine Verwicklung in die Fälle von Kindesmissbrauch vorwirft, ist der ehemalige Premierminister Edward Heath. Meldungen zufolge ermitteln fünf Polizeistellen gegen Heath.

Bemühungen, das wahre Ausmaß der Pädophilie-Fälle in Großbritannien objektiv zu untersuchen und der Frage nachzugehen, inwieweit Großbritanniens wichtigste Einrichtungen verwickelt waren, drohen im Chaos zu versinken. Zwei Vorsitzende des sogenannten unabhängigen Ermittlungsausschusses zum Kindesmissbrauch mussten zurücktreten. Jetzt führt Richter Lowell Goddard aus Neuseeland die Ermittlungen – ein Posten, der angeblich mit knapp 500 000 Pfund pro Jahr bezahlt wird.

Können wir wirklich erwarten, dass die Untersuchungen auch nur ansatzweise Gerechtigkeit bringen werden? In einem Land, in dem Korruption auch auf höchster Ebene die Norm ist und dermaßen viele Mitglieder des Establishments sich die Hände damit beschmutzt haben, Verbrechen zu vertuschen?

»Pädophilie normalisieren«

Für die meisten normalen Menschen zählt Kindesmissbrauch zu den widerwärtigsten Handlungen, die man sich vorstellen kann. Dennoch gibt es einige fehlgeleitete Individuen, die versuchen, diese Perversion als ganz normale sexuelle Praktik darzustellen. Im Sommer 2013 hielt die Universität Cambridge eine Konferenz ab, bei der einige Akademiker angeblich die These aufstellten, für Männer sei Pädophilie eine »natürliche und normale« Handlung. Diese widerwärtige Konferenz zeigt, dass es in den obersten Sphären der akademischen Welt einige darauf anlegen, die Grenzen dessen zu verschieben, was die meisten Menschen für normal halten.

Nicht nur in Großbritannien wird versucht, der Pädophilie den schlechten Ruf zu nehmen. Vergangenes Jahr sorgte ein australischer Richter für Aufruhr mit seiner Erklärung, die Gesellschaft werde sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern möglicherweise akzeptieren und nicht länger als unnatürlich tabuisieren. In künftigen Jahren würden Geschworene vielleicht nichts Unrechtes am Inzest finden.

Solange es (vereinzelte) Kräfte gibt, die darauf drängen, ein derart lüsternes und beunruhigendes Verhalten für akzeptabel erklären zu lassen, ist es umso wichtiger, dass sich in aller Welt die Menschen zu Wort melden und sich auch in den kommenden Jahren für den Schutz von Kindern stark machen.

Das britische Establishment ist durch und durch verdorben und korrupt, das zeigt die Epidemie bei den Fällen von Kindesmissbrauch ganz genauso wie die widerwärtige Außenpolitik des Landes. Hier sind dringend Reformen nötig. Westminster sollte weniger Zeit darauf verwenden, rund um die Welt andere Nationen zu destabilisieren und zu zerstören, man sollte sich vielmehr darauf konzentrieren, böse Menschen strafrechtlich zu belangen, die an Kindesmissbrauch beteiligt sind (oder waren). Das britische Volk ist jetzt auch gefordert: Steht auf und verlangt, dass eure moralisch bankrotte politische Klasse für ihre Verbrechen zur Verantwortung gezogen wird!

 

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