Charlie Hebdo: Mordverdacht gegen Polizei und Innenminister

Gerhard Wisnewski

Wie hier bereits berichtet, ähnelte die »Fahndung« nach den angeblichen Charlie-Hebdo-Killern einer Lynchjustiz. Wie sagte doch Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve: »Es läuft ein Einsatz, um die Verantwortlichen des feigen Attentats vor zwei Tagen zu neutralisieren« (tagesschau.de, 9.1.2015). Inzwischen gibt es für diese Lynchjustiz auch Beweise. Videos von der »Festnahme« des angeblichen Supermarkt-Geiselnehmers Amedy Coulibaly zeigen, dass dieser keine Waffe in der Hand hielt und gefesselt war, als er erschossen wurde…

 

Eine bizarre Szene: Ein Lebensmittelgeschäft an der Porte de Vincennes in Paris. Vor dem Rollladen des Hypercacher-Kosher-Supermarkts sammelt sich ein schwarz gekleideter Mob, der mit seinen Helmen und Schilden aussieht wie direkt aus dem Krieg der Sterne.

Nur dass die Krieger nicht weiß, sondern schwarz sind. Aufgeregte Schreie und Rufe erfüllen die Luft. Es herrscht Jagdstimmung. Die dreiteilige Schiebetür aus Glas vor dem Rollo wird beiseitegeschoben.

Plötzlich geht die Jalousie langsam hoch und gibt den Blick auf das hell erleuchtete Innere des Geschäftes frei. Etwas weiter drinnen, mit den Füßen zum Ausgang, liegt ein menschlicher Körper.

Kaum ist der Rollladen oben, stürmt ein Vermummter in das Geschäft – merkwürdigerweise während die anderen wie wild von hinten zu schießen beginnen. Bedenken, ihren Kollegen zu treffen, haben sie offenbar nicht. Immer wieder schießen sie in den Laden hinein, bis im Hintergrund ein paar Beine auftauchen, die sich auf den Ausgang zu bewegen.

Gerade in diesem Moment gibt es im Inneren eine grelle Explosion, und der Unbekannte springt nun fluchtartig aus dem Laden – direkt vor die Läufe der wartenden Polizisten: Er springt heraus, dreht sich in der Luft – und wird dabei von einem Schuss nach hinten an die Türeinfassung geworfen.

Es ist der angebliche islamistische Geiselnehmer Amedy Coulibaly, der in diesem jüdischen Supermarkt zahlreiche Menschen festgehalten haben soll.

Aber stimmt das auch? Oder war vielleicht Coulibaly selbst die Geisel?

Genaue Bild-für-Bild-Analysen des Videos haben nun enthüllt, dass Coulibaly keine Waffe in der Hand hielt und gefesselt war, als er aus dem Laden sprang. Offenbar wurde er wie ein Stück Wild vor die Läufe der schießwütigen Bande getrieben.

 

 

Wie man sieht, tragen Coulibalys Hände erstens keine Waffe und bleiben während des Sturzes zweitens vorne zusammen – ein Ding der Unmöglichkeit. Normalerweise streben Hände schonaufgrund des Schulterabstandes der Arme auseinander.

In dieser Situation würden aber auch noch Sturzreflexe greifen, und der Fallende würde versuchen, sich abzustützen oder sich vor den Schüssen zu schützen, je nachdem, welcher Reflex stärker wäre.

Dass die Hände während des gesamten Vorgangs zusammenbleiben, zeigt, dass sie mechanisch zusammengehalten werden – also durch Fesseln oder Handschellen. Als der Mann am Boden liegt, wird in Hinrichtungsabsicht weiter auf ihn geschossen.

Offenbar hatte der erste Vermummte, der in das Geschäft eindrang, die Aufgabe, Coulibaly hinauszutreiben. Vielleicht war er es auch, der den Mann fesselte. Jedenfalls trieb er ihn anschließend mit einer Blendgranate aus dem Laden – direkt vor die Läufe seiner Kollegen…

 

Update: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass Coulibaly unbewaffnet war. Gemeint war, dass er keine Waffe in der Hand hielt. Das wurde entsprechend geändert (15.1.2015)

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