Bushido, die Medien und die Politik

Der Fall Bushido (Gratulation an den “Stern”) ist ein Lehrstück für die aus Naivität, Dummheit und Wichtigtuerei gespeiste heutige Medien- und Party-Gesellschaft. Jeder, der hören und lesen konnte, wusste, dass der Berliner Rapper frauenfeindlich und antisemitisch ist. Dass er Gewalt und Selbstjustiz bejaht. Und dass er eng verbunden ist mit Typen, denen man nachts nicht allein begegnen will.

Das alles hat aber den Burda-Verlag nicht davon abgehalten, ihm ausgerechnet einen Integrations-Bambi zu verleihen und ihn damit zum anerkannten Mitglied der Talmi-Society zu machen.

Hauptsache Aufmerksamkeit. Eine Win-Win-Situation, wird sich der Burda-Verlag gedacht haben.

Dabei bestand die Integrationsleistung Bushidos hauptsächlich darin, sich in einen Mafia-Clan zu integrieren. Und ansonsten beruhigte man sich mit dem Hinweis “Gangster-Rapper sind halt so”.

Bushidos Filmpremiere war ein  gesellschaftliches Ereignis. Der Mann, der sich, wie der “Stern” dokumentiert, mit Haut und Haaren dem libanesisch-palästinensischen Mafia-Clan ausgeliefert hat, war plötzlich wer. Er war gesellschaftlich ganz oben angekommen.

Anerkannte Schauspieler und Politiker zeigten sich gerne mit ihm. Allen voran der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Freiherr von Stetten, der ihn in seinem Büro hospitieren ließ und Bushido auf die Bundestagsbühne und -tribüne brachte.

Und Innenminister Hans-Peter  Friedrich legte freundschaftlich seinen Arm um die Schulter Bushidos. So viel zu “law and order”. Dabei hätte er sich nur bei seinem Parteikollegen, dem Berliner Innensenator, erkundigen müssen, mit wem er da in die Kameras lächelt.

Hauptsache Aufmerksamkeit.

Jetzt, nach den Enthüllungen des “Stern” ist der Katzenjammer wahrscheinlich groß. Aber wer wollte, hätte alles vorher über den Bambi-Sieger wissen können.

Die Rolle des CDU-Abgeordneten von Stetten gehört noch genauer untersucht. Er war, so berichtet der “Stern”, offenbar dem Mafia-Clan oder dessen Mittelsmännern auch finanziell verbunden. Politik und Mafia – manchmal sind amerikanische Crime-Stories gar nicht so weit von Berlin entfernt.

Quelle:  http://www.sprengsatz.de/?p=4002

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