Der Ferrero-Check –


Der „Ferrero-Check“ ist Teil zwei einer vierteiligen Staffel, in der das WDR Fernsehen an vier aufeinander folgenden Montagen populäre Konsummarken auf den Prüfstand stellt.

 

Teil 1: Rezeptur

Wenn es um Nutella geht, kennen Hagen und Maya keinen Spaß. Einen Tag ohne die süße Creme aufs Brot ist unvorstellbar. Das ist der Traum eines jeden Süßwarenherstellers: Eine Markenbindung, die mit der Kindheit beginnt. Nutella gehört zu den bekanntesten Produkten des Unternehmens Ferrero.

Die Region Piemont in Norditalien ist bekannt für Weine, Trüffel und – Haselnüsse. Mitten in dieser Region liegt die Stadt Alba, eine ganz normale norditalienische Kleinstadt. Doch so ganz normal ist sie nicht. Überall stehen dort Nutella-Gläser in den Läden, selbst im Feinkostladen.

In Alba wurde Nutella erfunden. Und Alba ist Stammsitz von Ferrero. Hier steht die größte Schokoladenfabrik Europas. Das Familienunternehmen gilt als extrem verschlossen und konservativ. Die Familie zeigt sich nur selten in der Öffentlichkeit. Patriarch Michele, der das Ferrero-Imperium aufgebaut hat, soll der reichste Mann Italiens sein.

Offizielle Zahlen gibt es nicht. Allein mit Nutella macht Ferrero geschätzte 199 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Das sind fast zwei Drittel vom Gesamtumsatz mit Nuss-Nougat-Cremes in Deutschland. Ein Supermarkt ohne Ferrero ist nahezu unvorstellbar! In einem Edeka-Markt finden wir Ferrero gleich an sieben Stellen.

Und was ist das Erfolgsrezept? Nehmen wir uns die Produkte vor, die Ferrero so richtig populär gemacht haben: Nutella und Mon Chéri.

Erster Check: Wie besonders ist die Rezeptur?

Glaubt man der Werbung, macht die „Piemont-Kirsche“ das Besondere an Mon Chéri aus. Also machen wir uns auf die Suche nach der „Piemont-Kirsche“. In Alba, im Piemont, gibt es Kirschen genug. Aber stecken die auch in Mon Chéri?

Wir treffen Kirschbauer Alberto Rosso. Zusammen mit seinem Bruder baut er schon in der vierten Generation Kirschen an. 700 Kirschbäume besitzt die Familie und baut Sorten an wie Vitona oder Isabella. Die sehen zwar aus wie die Kirschen aus der Werbung, sie sind es aber nicht, denn Alberto liefert nicht an Ferrero. Er kennt auch niemanden, der das macht. Und eigentlich sagt ihm der Begriff Piemont-Kirsche auch nichts.

Von Ferrero wissen wir inzwischen, dass die Piemont-Kirsche von irgendwo aus Europa kommt. Aber woher genau? Fragen wir doch einfach mal die Gewerkschaft. Dort scheint man sich mit den Lieferbeziehungen besser auszukennen. Und dort hören wir, dass ein Großteil der Kirschen aus Osteuropa kommt, vor allem aus Polen.

Ein neues Produkt, eine neue Chance: Was macht Nutella so besonders? Professor Ritter und sein Team von der Fachhochschule Münster wollen das herausfinden. In einem Geschmacksvergleich treten gegen den Marktführer Nutella (knapp zwei Euro) die folgenden zwei Produkte an: Choco Nussa von Lidl (99 Cent) und Nusskati von Aldi (99 Cent).

66 Tester, unter ihnen bekennende Nutella-Fans, treten an zur Blindverkostung. 36 von ihnen finden Nutella am besten. Professor Ritter führt das Ergebnis auf die Rezeptur zurück: „Das bedeutet, dass die Rezeptur schon einzigartig ist und dass sie besonders gemocht wird.“

Bei einem Versuch mit vertauschten Etiketten schmeckt einigen Testern die Billigcreme auf einmal doch besser. Doch die meisten Probanden fallen nicht herein. Vor allem beim Vertauschen mit Choco Nussa von Lidl gewinnt Nutella trotzdem. Von 15 Testern finden neun das echte Nutella am besten – obwohl Lidl draufsteht.

Erstes Checkurteil: Die Rezeptur ist einzigartig.

 

Teil 2: Verführung

Für Hagen und Maya Blohm heißt es: Achtung, fertig, los! Jedes der beiden Kinder darf sich zehn Schokoprodukte aussuchen. Wie viel wird am Ende von Ferrero dabei sein und warum? Unser zweiter Check also:

Wie groß ist die Verführung?

Ein Verkaufstrick ist das Punktesammeln für Prämien. Weitere Tricks bestehen darin, alles auf Griffhöhe von Kindern und möglichst direkt an der Supermarktkasse zu platzieren. Dr. Eike Wenzel ist Zukunftsforscher für Konsum. Seiner Erfahrung nach kommt der Kasse eine besondere Bedeutung zu: „Man spricht ja bei diesen Süßigkeiten von Quengelware. Das ist das, was an der Kasse nochmal ausgelegt wird. Und das ist genau das Gebiet, wo Ferrero versucht, viel Geld zu verdienen und wo auch sozusagen die Kämpfe zwischen Ferrero und anderen Anbietern von Süßigkeiten stattfinden. Die Supermarktkasse, der Impulskauf, dort, wo Kinder quengelig werden, wo sie noch irgendetwas haben müssen, das ist eigentlich der Markt, den Ferrero vor allen Dingen auch bedient.“

Bei Hagen funktioniert es: Er hat sieben Ferrero-Produkte im Einkaufswagen. Maya hat sich für vier Ferrero-Produkte entschieden. Wie kann das sein? Das Erfolgsrezept scheint seit Jahrzehnten das gleiche: Werbespots zeichnen eine Familienidylle oder bringen die Produkte in Verbindung mit Trendsportarten und prominenten Sportlern. Mars und Storck etwa geben laut Marktforschung rund 60 Millionen Euro für Werbung aus, Ferrero aber fast sechsmal so viel: 357 Millionen Euro. Bei so einem Etat kann man sich eben auch bekannte Sportler wie die Brüder Klitschko als Werbeträger leisten.

Oder auch einen Werbespot mit Fußballnationalspielern, die beim Frühstück um ein Nutella-Brötchen balgen. Was will Ferrero mit so einer Szene erreichen? Trendforscher Wenzel analysiert den Spot: „Wir sind eine große Familie, der Torwart schmiert das Brot. Wer schmiert normalerweise sonst das Brot? Es ist die Mama. Es ist sogar der Nationaltorwart Manuel Neuer, der Brot für die Kinder schmiert. Wir sind alle eine integere Welt. Nutella ermöglicht uns, dass wir mit Nationalspielern an einem Tisch sitzen und zusammen frühstücken können.“

Außerdem gibt es da noch die gute alte Sammelaktion mit Fußballbildern. Die kennt fast jeder noch aus seiner eigenen Kindheit. Sie zieht seit Jahrzehnten – auch bei Hagen, Maya und ihrem Freund Benjamin. Und neben den Fußballbildern kommt auch eine Menge Schokolade zusammen.

Professor Guido Ritter von der Fachhochschule Münster sieht das kritisch: „Es sollte eigentlich keine Verknüpfung von einem Bonussystem mit Kinderlebensmitteln geben. Und hier ist es ja ein Kindergenussmittel, also eine Süßigkeit, mit der man das verknüpft. Das ist fatal. Die Kinder werden nichts anderes lernen, als dass man sich durch essen und durch Süßigkeiten vor allem belohnen kann.“

Doch eine Sammelaktion reicht nicht. Es kommen noch Punkte ins Spiel: einfach ausschneiden, aufkleben und fertig ist die Prämie. Für den versprochenen Rucksack benötigt Hagen allerdings 115 Punkte. Und die hat er erst nach 58 Gläsern Nutella zusammen.

Ferrero hat damit kein Problem: „Die Ware ist – je nach Kaufdatum und Produkt – noch viele Monate über das Aktionsende hinaus haltbar. Auch gibt es möglicherweise Freunde oder Bekannte, die die Punkte gern weitergeben.“

Zweites Checkurteil: Die Verführung ist immens.

 

Teil 3: Leichte Produkte?

 

Eine Werbebotschaft von Ferrero lautet: Die Yogurette macht scheinbar unglaublich leicht. Unser dritter Check daher:

Wie leicht sind Ferrero-Produkte wirklich?

Hagen Blohm ist acht Jahre alt und spielt bereits in einer Auswahlmannschaft Fußball. Fit sein ist dabei alles. Alle Kinder aus seiner Mannschaft essen zu Hause Nutella. Ferrero wirbt dafür ja auch in Werbespots mit Spielern der Fußballnationalmannschaft und erklärt, Sportidole und ihre Ballkünste sollen Kinder zum Sport animieren.

So auch ein Werbespot für die Milch-Schnitte mit der Boxweltmeisterin Susi Kentikian: Er suggeriert Dynamik und dass die Milch-Schnitte zur Ernährung einer Weltmeisterin passt. Dazu meint Konsumforscher Eike Wenzel: „Die Suggestion ist ja hier tatsächlich, dass es ein gesundes, natürliches Produkt ist, das auch nicht zu schwer ist und das möglicherweise, wenn man nicht genau hinschaut, auch dabei helfen kann, dünn, sportlich und erfolgreich zu werden.“

Für die Milch-Schnitte wird mit viel frischer Milch geworben. Aber wie viel Milch steckt wirklich drin? Professor Guido Ritter von der Fachhochschule Münster zeigt es uns: Es ist nur ein Fingerhut voll. Aber er schaut noch genauer hin: Die Crememasse enthält 8,3 Gramm Zucker und 7,8 Gramm Fett. Er sagt dazu: „Das ärgert mich, weil wir hier in Deutschland wirklich ein Problem haben mit Übergewicht. Durch eine Milch-Schnitte wird man nicht dick, aber durch die Suggestion, dass es sich hier um eine leichte Kost handelt, die man tagtäglich mehrfach zu sich nehmen könnte, ist es für mich an der Grenze der Verbrauchertäuschung.“

Dabei schmückt sich Ferrero auf der Packung mit wissenschaftlichen Empfehlungen von einem Institut für Sporternährung. Da heißt es auf der Verpackung: „Für die Zwischenmahlzeit empfohlen.“ Aber was bedeutet das? Günter Wagner vom Institut für Sporternährung sagt dazu: „‚FÜR die Zwischenmahlzeit‘ heißt, dass es ein idealer Bestandteil einer Zwischenmahlzeit sein kann, wenn es mit sinnvollen Lebensmitteln kombiniert kann. Auch ein Apfel alleine ist keine ideale Zwischenmahlzeit.“ Man nimmt es dort also mit den Worten ganz genau: Es heißt nicht „ALS Zwischenmahlzeit empfohlen“, sondern „FÜR die Zwischenmahlzeit empfohlen“. Und FÜR heißt: Milch-Schnitte plus zum Beispiel ein Apfel. Aber das steht so nicht auf dem Riegel.

Beispiel Yogurette: Dafür wird immer wieder mit jungen und schlanken Frauen geworben. Ferrero schreibt uns dazu: „Wir werben nicht damit, dass unsere Produkte ‚leichter‘ oder ‚gesünder‘ sind als andere Süßigkeiten. Der Aspekt, der bei einigen Produkten betont wird, ist der des Leicht-Schmeckens.“

Doch wird die Werbung auch so verstanden? Ist den Kunden tatsächlich bewusst, dass schon zweieinhalb Riegel Yogurette genauso viele Kalorien haben wie ein Stück Sahnetorte? Bei einem kleinen Test mit Passanten waren diese jedenfalls überrascht.

Unser drittes Checkurteil: Die Leichtigkeit ist irreführend.

 

Teil 4: Fair produziert?

Immer wieder suggerieren Ferrero-Werbespots eine heile Familienwelt und glückliche Kinder. Aber wie heil ist die Ferrero-Welt? Wie sehr liegen Kinder Ferrero tatsächlich am Herzen? Unser vierter Check:

Wie fair lässt Ferrero produzieren?

Haselnüsse spielen in der Ferrero-Produktion eine zentrale Rolle. Ferrero ist der weltgrößte Abnehmer von Haselnüssen und verarbeitet jedes Jahr mehrere Tausend Tonnen.

Ordu ist auf den ersten Blick ein idyllischer Ort an der türkischen Schwarzmeerküste. Weltweit kommen drei von vier Haselnüssen aus dieser Region. Fast jeder lebt hier von den Nüssen. Die Berge sind steil und im August wird es über 30 Grad heiß.

Zara ist erst neun Jahre alt. Zusammen mit ihrer kurdischen Familie kommt sie jeden Sommer vom Süden ans Schwarze Meer, um hier zu arbeiten. Zaras Vater findet zu Hause keinen Job. Er ist auf die Ernte angewiesen. Und alle Kinder müssen mit anpacken, weil er alleine nicht genug verdienen würde. Mit acht Personen bekommen sie 60 Euro am Tag. Der beginnt morgens um 6.00 Uhr und endet um 18.00 Uhr. Zaras Zuhause während des Sommers ist eine improvisierte Massenunterkunft für Wanderarbeiter – ohne Schule, ohne sanitäre Anlagen.

Was sagt Ferrero zu diesen Zuständen? Immer wieder versuchen wir, ein Interview zu bekommen. Ferrero lehnt ab, schreibt uns aber später, sie würden nur mit Händlern arbeiten, die einschlägige Normen zum Schutz der Arbeiter einhalten. Außerdem kaufe Ferrero nicht irgendwo, sondern bevorzuge langfristige Beziehungen zu seinen Lieferanten. In Ordu versuchen wir, diese Lieferanten ausfindig zu machen. Doch dort will niemand mit uns reden. Im Gegenteil: Man will uns verbieten, von außen Filmaufnahmen zu machen.

Ünal Yildiz’ Familie baut seit vielen Generationen Haselnüsse an. Er meint, gerade Großabnehmer wie Ferrero würden die Preise drücken und seien schuld daran, dass es den Leuten hier so schlecht gehe. Er will uns die Firma zeigen, die Ferreros Hauptlieferant sein soll: die Firma Oltan. Doch auch dort werden wir schnell bemerkt. Unser Filmen ist nicht erwünscht. Immerhin ist der Chef in der Filiale in Ordu bereit, uns zu treffen. Offiziell möchte er trotzdem nichts sagen. Bei einem Tee erklärt er dann, er habe Angst, dass Ferrero seine Nüsse in anderen Ländern einkaufe, wenn die Bedingungen in Ordu nicht mehr stimmen. Eine wichtige Bedingung seien niedrige Preise.

Ferrero widerspricht: Die Bauern bekämen derzeit besonders hohe Preise. Konkrete Zahlen will man aber nicht nennen. Ist Ferrero also doch ein fairer Vertragspartner? Seyit Torun, der Bürgermeister von Ordu, kennt die europäischen Firmen anders: „Die europäischen Firmen haben bis jetzt keine Verantwortung übernommen. Wenn ich ganz offen sein soll: Wir sehen sie auch als Leute, die uns ausnutzen wollen. Sie machen alles, um unsere Haselnüsse billig zu kaufen. Sie drohen uns sogar: Wenn wir nicht verkaufen, kaufen sie in anderen Ländern.“ Es scheint so, als würde sich an Zaras Situation so schnell nichts ändern.

Haselnüsse sind ein wichtiger Rohstoff für Ferrero. Was aber ist mit Kakao, der schließlich in jeder Schokolade steckt? Nach eigenen Angaben bezieht Ferrero, wie fast alle Unternehmen, seinen Kakao vor allem aus der Elfenbeinküste und Ghana. In der Elfenbeinküste gehört jedoch Kinderarbeit zur Tagesordnung. Kinderarbeit auch für Ferrero? Das Unternehmen erklärt, es habe alle Lieferanten vertraglich verpflichtet, das auszuschließen. Doch Experten wie Friedel Hütz-Adams vom Südwind-Institut halten das für völlig unzureichend: „Da die Kinderarbeit so weit verbreitet ist und eigentlich allgegenwärtig ist im Kakaogürtel Westafrikas, kann ich das nur ausschließen, wenn ich eine nachverfolgbare Lieferkette habe. Und da Ferrero das bisher nicht hat, wird Ferrero es auch nicht ausschließen können, dass an allen Produkten, die hier auf den Markt kommen, in irgendeiner Form Kinderarbeit beteiligt war.“

Dass es auch anders geht, zeigt Konkurrent Mars. Sein Riegel Ballisto wird mit Schokolade aus zertifiziertem Kakao überzogen und ist damit der erste zertifizierte Riegel für den Massenmarkt in Deutschland. Dazu erklärt Ingmar Streese von Mars: „Ballisto ist für Mars erst der Anfang. Weitere Marken werden folgen, sodass wir bis 2020 alle Produkte auf nachhaltig zertifizierten Kakao umgestellt haben.“

Ferrero erklärt auf unsere Anfrage hin, auch dort sei die Umstellung bis 2020 das Ziel. Experte Friedel Hütz-Adams hört davon zum ersten Mal: „Es weiß keiner, was sie machen. Sie tauchen auch bei diesen runden Tischen, die es in den Niederlanden gegeben hat und den wir ansatzweise hier in Deutschland hatten, oder bei diesen Dialogen, die Nichtregierungsorganisationen haben, in der Regel nicht auf.“

Der Marktführer mit dem riesigen Werbeetat hat noch kein einziges zertifiziertes Produkt. Dabei wäre es kaum teurer. Bei einem Überraschungsei wäre es schätzungsweise nicht mal ein ganzer Cent mehr.

Unser viertes Checkurteil: Die Fairness ist unzureichend.

Autorinnen:Rebecca Gudisch, Gönke Harms

Stand: 08.08.2011

Quelle: http://www.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2011/0808/03_ferrerocheck.jsp

 

Marken und Produkte von Ferrero:

  • Nutella, Nutella & go
  • Ferrero: Cappuccino, Garden, Küsschen, Rocher, Rondnoir
  • Die Besten von Ferrero
  • Kinder: Brioss, Bueno, Choco Fresh (früher: Prof. Rhino), Country,Délice, Friends, Happy-Hippo-Snack, Happy-Hippo Crocky, Joy, Maxi King,Paradiso, Pinguí, Riegel, Schokolade, Schoko-Bons, Überraschungsei
  • Duplo
  • Hanuta
  • Milch-Schnitte
  • Mon Chéri
  • Giotto
  • Raffaello
  • Yogurette
  • tic tac
  • Estathé (Schwarztee-Getränk)
  • Fiesta
  • pan e chioc
  • Pocket Coffee
  • Tronky

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte oder Vorprodukte bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Ferrero spricht in seinem Code of Business Conduct, so wie in seinem Code of Ethics eindeutig gegen Kinderarbeit aus und arbeitet seit 2011 mit dem UN Global Compact.5
  • Die Einhaltung der im Code of Business Coduct festgeschriebenen Normen verlangt Ferrero auch von allen Lieferanten, Handelspartnern, Distributoren und Wiederverkäufern.6

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Ferrero gibt an, Lieferantenzertifikate auszustellen. Außerdem werden laut dem CSR Bericht 2009/2012 interne Kontrollen zur Überprüfung von Qualität und Sozialstandarts durchgeführt. Allerdings wird nicht erwähnt ob Ferrero seine Zulieferer explizit auf Kinderarbeit überprüft.6

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Das Unternehmen bezieht einen Großteil seiner Haselnüsse aus Plantagen an der türkischen Schwarzmeerküste. Dort werden immer wieder Fälle von Kinderarbeit bekannt.78
  • Das Unternehmen bezieht (wahrscheinlich) Kakao aus der Elfenbeinküste (woher 40% des auf dem Weltmarkt gehandelten Kakaos stammt) oder anderen westafrikanischen Ländern. Von hier sind ernsthafte Vorwürfe über ausbeuterische Kinderarbeit bekannt und in einer Studie des International Institute for Tropical Agriculture (IITA) belegt worden. 9
  • Ob das Unternehmen Produkte aus solchen Produktionsstätten oder Plantagen bezieht oder nicht, hat es uns nicht mitgeteilt. Soweit das Unternehmen keine wirksamen Kontrollen seiner eigenen Produktionsstätten und der seiner Vorlieferanten durchführen lässt, kann Kinderarbeit nicht ausgeschlossen werden.

Reaktionen

Wie hat das Unternehmen auf die Vorwürfe reagiert?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Mitarbeit bei ICI, der “International Cocoa Initiative – Working Towards Responsible Labour Standards for Cocoa Growing” in Zusammenarbeit mit der International Labour Organization (ILO). Eines der Ziele ist die Abschaffung ausbeuterischer Kinderarbeit.
  • Mitglied bei der World Cocoa Foundation (WCF)10
  • Die Fondazione Ferrero entwickelt kulturelle und soziale Projekte mit regional albesischen oder piemonteischem Kontext, welche sich vor allem an ehemalige Mitarbeiter richten6
  • United Kinder of the world unterstützt Projekte zu Gunsten von Kindern in Kamerun, Südafrika und Indien. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Gesundheit und Entwicklung. Das Engagement soll bis 2013 noch ausgeweitet werden.6

 

  1. ferrero online [zurück zum Text]
  2. Corporate Social Responsibility Bericht [zurück zum Text]
  3. Antwort von Ferrero an greenaction [zurück zum Text]
  4. wdr sendung vom 8.August 2011: Der Ferrero-Check [zurück zum Text]
  5. Ferrero Global Compact[zurück zum Text]
  6. Ferrero Corporate Social Responsibility Report 2009/2010[zurück zum Text][zurück zum Text][zurück zum Text][zurück zum Text]
  7. wdr sendung vom 8.August 2011: Der Ferrero-Check – Ausschnitt zu Kinderarbeit[zurück zum Text]
  8. 2010 US Department of Labor’s List of goods produces by child labor or forced labor [zurück zum Text]
  9. IITA Report[zurück zum Text]
  10. wcf online [zurück zum Text]

Quelle: http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/firma/ferrero/

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ein Kommentar

  1. […] sprich: lecker schmecken, im Fall von Nutella. Im Ferrero-Check des WDR aus dem August 2012 (via Sladisworld) wird bestätigt, dass die Nuss-Nougat-Creme auch im Blindtest erkannt und für gut befunden wird. […]

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